Airpaq Rolltop Erfahrungen – Test & Review (2026)
Was wäre, wenn dein Rucksack mal ein Airbag war? Genau das ist das Konzept von Airpaq, einer Kölner Marke, die Rucksäcke aus upgecycelten Automaterialien herstellt. Das Außenmaterial stammt aus aussortierten Airbags, die Schulterriemen aus alten Sicherheitsgurten – und das Gurtschloss vorne ist ein echtes Gurtschloss aus dem Auto.
Wir haben den Rolltop in Gelb getestet: einem Rucksack, der sich schon beim ersten Blick von allen anderen unterscheidet.
Unsere Airpaq-Erfahrungen auf einen Blick:
✓ Unsere Airpaq-Erfahrungen fallen eher positiv aus
✓ Einzigartiges Konzept – Rucksack aus upgecycelten Airbags, Sicherheitsgurten und Gurtschloss
✓ Robustes, kratzunempfindliches Material – wirkt sehr langlebig
✓ Gurtschloss lässt sich einhändig öffnen und schließen
✓ Verstecktes Flaschenhalter-Außenfach – Flasche von vorne nicht sichtbar
✓ Herstellung in Europa, faire Preistransparenz, 2 Jahre Garantie inkl. Reparaturservice
✓ Handgepäcktauglich (je nach Airline prüfen)
○ Schulterriemen und Rückenpolster könnten mehr Polsterung vertragen
○ Rücken wenig luftdurchlässig – kann im Sommer warm werden
○ Kein Brustgurt
○ Leer etwas schwerer als vergleichbare Modelle
○ Wasserfest, aber nicht vollständig wasserdicht – bei Starkregen Regenhülle empfehlenswert



Erster Eindruck & Design
Wer den Airpaq Rolltop in Gelb zum ersten Mal sieht, muss einfach hinschauen – und das ist absolut gewollt. Die Farbe ist knallig und sonnig, das Gurtschloss vorne springt sofort ins Auge. Der Rucksack ist auf jeden Fall ein Blickfang und ein echtes Statement. Wer es dezenter mag, greift zu Schwarz oder Grau – dort wirkt der Airpaq deutlich ruhiger und ist auch für cleane Looks geeignet.
Der Stil ist urban und sportlich – in Gelb kein Business-Rucksack, aber für Uni, Schule, Büro, Pendeln und Freizeit absolut passend. Das Branding ist zurückhaltend: Der Airpaq-Schriftzug ist in den Gummiring rund um das Gurtschloss eingearbeitet, nochmal am unteren Frontgurt und klein auf dem Rückenträger – dezent und nie aufdringlich.

Das Gurtschloss ist der eigentliche Star des Designs. Es ist das erste, was auffällt ansprechen – und die Reaktionen sind fast immer positiv/neugierig. Wer es trägt, signalisiert, dass ihm Upcycling wichtig ist. Die Sicherheitsgurt-Träger fallen erst auf den zweiten Blick auf – wer nicht weiß, woraus der Rucksack gemacht ist, sieht erst mal einfach einen coolen Rolltop mit einer besonderen Schnalle.
Material & Verarbeitung
Das Airbag-Material (PA 6.6 Nylonstoff) fühlt sich robust an – weder steif noch weich, aber mit einer angenehmen, strukturierten Haptik. Bisher keine großartigen Abnutzungsspuren, Kratzer oder Farbveränderungen. Das liegt auch daran, dass das Material von Natur aus schon etwas strukturiert ist – kleinere Gebrauchsspuren fügen sich organisch ein, ohne negativ aufzufallen. Das Gelb strahlt kräftig.
Die Verarbeitung ist sauber – Nähte und Reißverschlüsse laufen gut und machen einen soliden Eindruck. Hergestellt wird der Airpaq in Europa, was sich in der sauberen Verarbeitung bemerkbar macht. Kein unangenehmer Geruch trotz des ungewöhnlichen Materials – man merkt nicht, dass man einen ehemaligen Airbag auf dem Rücken trägt.

Was Wasserschutz angeht: Das Airbag-Material ist wasserfest und hält auch stärkerem Regen gut stand. Bei sehr langem, anhaltendem Starkregen empfiehlt sich trotzdem eine Regenhülle für vollständige Sicherheit. Die Reinigung ist unkompliziert: außen mit Bürste, Tuch und neutraler Seife, innen vorsichtig mit einem feuchten Tuch – Waschmaschine ist keine Option.
Auch interessant: Ebenfalls mit einem starken Nachhaltigkeitskonzept – der GOT BAG Rolltop 2.0 setzt auf Meeresplastik statt Automotive-Upcycling. Hier geht’s zu unserem GOT BAG Erfahrungsbericht.
Fächer & Organisation
Mit 14 bis 21 Litern Volumen ist der Airpaq flexibel genug für den Alltag. Die Fächeraufteilung ist durchdacht und verhindert das typische Rolltop-Chaos teilweise. Ein schönes Detail: Das Innenfutter ist beim gelben Modell hell gehalten – man schaut nicht in ein dunkles Loch, was bei Rolltops leider nicht selbstverständlich ist.


Das steckt drin:
- Hauptfach: Geräumig genug für Alltag, Gym und kurze Ausflüge. Wechseloutfit, Handtuch, Waschsachen, Schuhe und Trinkflasche finden alle Platz.
- Laptopfach: Gepolstert, mit Klettverschluss-Gurt gesichert. Geeignet für Laptops bis 15 Zoll. Direkt davor ein tiefes Tabletfach – ideal für ein iPad oder ähnliche Geräte.
- Schnellzugriff-Reißverschluss: Versteckt unter dem Frontgurt – direkter Zugriff ins Hauptfach ohne den Rolltop von oben zu öffnen.
- Seitliches Rückseitenfach: Praktisch für Geldbeutel, Handy, InEars oder Schlüssel.
- Verstecktes Flaschenhalter-Außenfach: Ein echtes Highlight. Die Trinkflasche wird seitlich eingesteckt, ist aber von vorne nicht sichtbar – das Außenbild bleibt clean. Auch 1-Liter-Flaschen finden hier noch sehr gut Platz.
- Innenfächer: Kleines Reißverschlussfach oben vorne für Kleinkram sowie ein weiteres offenes Abteil weiter unten – gut für ein Buch, ein Notizheft oder Ähnliches.
Tragekomfort
Der Tragekomfort ist völlig in Ordnung – mit einem ehrlichen Hinweis: Die Schulterriemen aus Sicherheitsgurten sind weniger gepolstert als bei vielen anderen Rucksäcken. Für kurze bis mittlere Strecken kein Problem, bei längerem Tragen mit schwerem Inhalt kann das je nach Person etwas unbequem werden. Wer weiche, stark gepolsterte Träger gewohnt ist, sollte das einkalkulieren.
Das Rückenpolster besteht ebenfalls aus ineinander geflochtenen Autogurten – ein konsequentes Design-Statement, das aber wenig Luftzirkulation bietet. Im Sommer kann der Rücken darunter warm werden. Ein Brustgurt fehlt – für den normalen Alltag kein Problem, fürs Fahrradfahren oder längere Touren wäre er aber praktisch.

Leer fühlt er sich etwas schwerer an als manche Konkurrenten – das liegt am robusten Airbag-Material. Die Griffschlaufe ist großzügig bemessen und gut zu greifen. Der Kofferstrap ist elegant in die Rückseite eingearbeitet und fügt sich so nahtlos in die geflochtenen Gurte ein, dass man ihn auf den ersten Blick kaum findet – ein schönes Detail.
Im Alltag: Büro, Gym, Pendeln
Im Alltag schlägt sich der Airpaq gut. Die Organisation funktioniert, es passt alles rein, was man braucht. Auch für den Gym-Besuch ist er gut geeignet: Wechseloutfit, Handtuch, Schuhe und Trinkflasche finden alle ihren Platz. Das versteckte Flaschenhalter-Fach hält die Flasche sicher und unsichtbar, was wie gesagt ein cleveres Detail ist.
Als Handgepäck im Flugzeug ist er mit seinen Maßen bei den meisten Airlines geeignet – ein kurzer Check der jeweiligen Vorgaben lohnt sich aber immer. Airpaq bietet optional auch Fahrradhaken an, mit denen sich der Rucksack in drei Schritten zur Fahrradtasche umfunktionieren lässt – ein interessantes Feature, das wir aber im Test nicht ausprobiert haben.
Das Konzept: Upcycling konsequent gedacht
Was Airpaq von den meisten anderen Rucksäcken unterscheidet, ist nicht nur das Material – es ist die Konsequenz, mit der das Upcycling-Konzept durchgezogen wird. Ein paar Punkte, die das unterstreichen:
- Über 85% Upcycling-Material: Airbags, Sicherheitsgurte und Gurtschlösser aus der Automobilindustrie – Materialien, die sonst im Müll landen würden.
- Herstellung in Europa: Produziert in einem familiengeführten Betrieb in Rumänien, unter fairen und transparenten Arbeitsbedingungen.
- Faire Preistransparenz: Airpaq zeigt offen, wie sich der Preis eines Rucksacks zusammensetzt – von Produktion und fairen Löhnen bis hin zu Marketing und Logistik.
- 2 Jahre Garantie inklusive Reparaturservice: Im Garantiefall wird zunächst repariert statt ersetzt – langlebige Produkte statt Wegwerfmentalität.
- End-of-Life gedacht: Airpaq denkt auch das Ende des Produktlebenszyklus mit – ein Ansatz, der in der Branche selten ist.
- Versand mit DHL GoGreen, recycelte Kartons, kein unnötiges Füllmaterial.
Fazit: Für wen ist der Airpaq Rolltop?
Der Airpaq Rolltop ist ein funktionaler Alltagsrucksack mit einem der stärksten Nachhaltigkeitskonzepte auf dem Markt. Wer einen Rucksack sucht, der Haltung zeigt, ohne auf Funktionalität zu verzichten, ist hier richtig. Das Konzept überzeugt, das Material ist robust und langlebig, die Organisation ist durchdacht.
Leichte Abstriche gibt es beim Tragekomfort: Schulterriemen und Rückenpolster könnten mehr Polsterung vertragen, und der fehlende Brustgurt fällt bei längeren Touren auf. Für den klassischen Alltag – Büro, Uni, Pendeln, City – reicht der Komfort aber völlig aus.
Mit rund 119 Euro ist der Preis gerechtfertigt – wer weiß, woher das Material stammt und wie es verarbeitet wird, versteht ihn. Und wer ein robustes, langlebiges Produkt kauft, spart langfristig wahrscheinlich sogar im Vergleich zu billigen Rucksäcken.
Alle nachhaltigen Rucksäcke im Vergleich: In unserem großen Artikel zu Thema nachhaltiger Rucksack stellen wir alle getesteten Marken gegenüber.