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Nachhaltige Jeans im Check: Fair, ökologisch und vegan

Nachhaltige Jeans im Check: Fair, ökologisch und vegan

nachhaltige Jeans

Modetrends kommen und gehen, aber die Jeanshose bleibt. Sie gehört zu den beliebtesten Kleidungsstücken der Deutschen und ist auch aus der nachhaltigen Mode nicht mehr wegzudenken. Rund acht Stück haben wir davon durchschnittlich im Kleiderschrank. Auch die Jeansjacke ist ein allseits begehrtes Teil.

Der Jeansstoff

Die Besonderheit am robusten Jeansstoff ist die Köperbindung: Die Kette ist blau, der Schuss weiß. Auf der Webmaschine wird Denim so gewoben, dass die blaue Seite oben ist. Der weiße Schussfaden verläuft unter drei Spannfäden und dann wieder unter einem. Dies macht das Gewebe besonders robust und erklärt auch, warum die Jeans auf links getragen weißer wirkt.

Die Jeans im Nachhaltigkeitscheck

Bei all den positiven Eigenschaften des Jeansstoffes ist er bei konventioneller Produktion problematisch hinsichtlich der Belastung für Mensch und Umwelt. Allerdings gibt es mittlerweile nachhaltige und faire Alternativen.

Laut WHO sterben am letzten Ende der Kleidungs-Kette jährlich rund 20.000 Menschen aufgrund der prekären Verhältnisse in der Jeans-Industrie. Die Baumwollproduktion verbraucht Unmengen an Wasserressourcen und die eingesetzten Pestizide vergiften Böden.

8000 Liter Wasserverbrauch für eine Jeanshose

In der Regel besteht der Jeansstoff zu 100% aus Baumwolle. Ungefähr 8000 Liter werden für eine Standard-Jeans von 800g verbraucht. Das sind 50 gefüllte Badewannen. Verantwortlich für den extrem hohen Verbrauch ist der aufwändige und wasserintensive Anbau von Baumwolle.

Pestizide & Co.

Beim konventionellen Baumwollanbau wird zur Schädlingsbekämpfung viel Chemie eingesetzt. Dies ist kritisch, da ein Teil der Pestizide in der Kleidung verbleiben und auch, weil es vor Ort Mensch und Umwelt belastet. Die Arbeiter auf den Feldern atmen diese Pestizide ein und die Arbeitsbedingungen sind schlecht.

Aber das Giftigste am gesamten Herstellungsprozesses ist die Färbung und Veredlung von Jeans. Denn Hersteller nutzen giftige Chemikalien wie Chlor, Quecksilber, Chrom, Blei oder Kupfer. Diese Giftstoffe gelangen zudem ungefiltert direkt in die umliegenden Wasserkreisläufe.

Bio-Baumwolle: Darum sind nachhaltige Jeans besser

Beim biologischen Anbau von Baumwolle wird durchschnittlich mit bis zu 80% Regenwasser bewässert. Somit verbraucht der Anbau von Bio-Baumwolle ca. 70% weniger Wasser. Allerdings macht Bio-Baumwolle nur einen geringen Teil des weltweiten Baumwollanbaus aus – nämlich nur 1% weltweit.

Nachhaltige Jeans: 3 empfehlenswerte Marken

MUD Jeans

Das niederländische Label MUD Jeans benötigt nur 1500 Liter Wasser pro Jeanshose und spart somit 5500 Liter. Dank fortschrittlicher Wasserrecycling-Anlage und besonderen Waschtechniken in den Fabriken sorgt MUD Jeans dafür, dass das Wasser nach der Verwendung sauberer ist als vorher.

Feuervogl

Das deutsche Jeanslabel Feuervogl produziert seit bereits 40 Jahren Damen- und Herrenhosen. Daher hat Feuervogl ein solides Produktwissen, auch in puncto Passform mit hohem Tragekomfort. Die gesamte Herstellungskette, d.h. vom Anbau über die Produktion und Verpackung, bis hin zum Vertrieb ist GOTS-zertifiziert.

Kings of Indigo

Kings of Indigo stellt wirklich stylische nachhaltige Jeans her. Die nachhaltige Marke hat ein klares Ziel: Kleidung auf faire und ökologische Weise herstellen mitsamt eines hohen Qualitätsanspruch.

Die Jeanshosen bestehen in der Regel aus 95% nachhaltigen Materialien, die restlichen 5% werden Elasthan zugeschrieben, das den Hosen mehr Stretch verleiht.

Nachhaltiges Färben

Der Farbstoff Indigo ist ursprünglich pflanzlich und farblos. Diese farblose und wasserlösliche Verbindung wird erst durch den Einsatz von Enzymen zu einem gelben Stoff – Indoxyl. Durch Oxidation entsteht dann die Blaufärbung.

Indigo an sich ist wasserunlöslich. Bevor Textilien damit gefärbt werden können, muss es durch Reduktion wasserlösliches Indigoweiß umgewandelt werden. Nach dem Färben entsteht durch Oxidation wieder Indigoblau.

Ihr seht: Es handelt sich um einen aufwendigen Prozess. Bei der konventionellen Herstellung kommen zusätzlich giftige und schwermetallhaltige Chemikalien zum Einsatz.

Worauf du für mehr Nachhaltigkeit achten kannst:

Wir sollten im Hinterkopf behalten, wieviele Ressourcen für die Jeansproduktion notwendig sind. Daher gilt im besten Fall:

  1. Kaufe nur dann, wenn es wirklich notwendig ist
  2. Pflege die Jeans richtig. Man muss nicht immer waschen.
  3. Trage deine Jeanshose so lange wie es geht
  4. Gehe zur Schneiderei, um deine Jeans zu reparieren
  5. Entscheide dich für faire und nachhaltige Jeansmarken
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