Kleidung als Verursacher für Mikroplastik – was kann man tun?

zettel Kleidung

Schauen wir heutzutage auf die Etiketten von Bekleidungsartikeln stellen wir immer häufiger fest, dass wir statt „100% Baumwolle“ oftmals eine Mischung aus Baumwolle und halbsynthetischen oder synthetischen Fasern vorfinden. Die Zusammenhänge sind diesbezüglich komplex – wie wir wissen ist Baumwolle aus ökologischen Gesichtspunkten (hoher Einsatz von Fläche, Wasser und Pestiziden) auch nicht die beste Wahl. Das Thema Fast Fashion tut dabei Ihr übriges, so dass soviel Kleidung in den Markt gedrückt wird, dass sich der Bedarf gar nicht durch natürliche Produkte (Wolle, Baumwolle, Leinen etc.) bedienen ließe. Weiterhin bringen (halb-) synthetische Fasern und Stoffe oftmals „positive Eigenschaften“ mit, z.B. knittern sie wenig, trocknen schnell und gerade im Sportbereich finden sie Anwendung für innovative Funktionsbekleidung.

Wie kommt es zu Mikroplastik?

Mikroplastik sind synthetische Fasern (Kunststoffe) die kleiner als 5mm sind. Plastik gehört zu den inerten Stoffen, was bedeutet dass Produkte aus Plastik sich zwar mit der Zeit zersetzen, aber nicht komplett biologisch abgebaut werden. Die Teilchen zerreiben und zerbröseln und werden mit der Zeit zunehmend kleiner. So benötigen z.B. PET-Flaschen Schätzungen zu Folge bis zu 400 Jahre, bis sie zerfallen.

Bei Kleidung ist es so, dass bei jedem Waschgang kleine Fasern (bis zu 3000 je nach Material) freigesetzt werden. Im Falle von Kleidung mit Anteilen von synthetischen Fasern bedeutet das folglich, dass kleine Plastikpartikel freigesetzt werden. Dem BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.) nach werden beim ersten Waschen eines Kleidungsstück am meisten Fasern freigesetzt. Im weiteren Verlauf eines Kleidungsstück baut das Gewebe zunehmend durch häufiges Waschen, Schleudergängen, chemischen Waschmitteln und hohen Waschtemperaturen, ab. Dabei wurde festgestellt, dass Kleidung aus Polyester oder Acryl deutlich mehr Fasern und somit Mikroplastik abgibt als Kleidung aus einem Polyester-Baumwollgewebe.

Die Folgen von Mikroplastik

Wie der Name schon sagt handelt es sich bei Mikroplastik um kleinste teilweise mikroskopische Kunststoffpartikel. Beim Waschen von Kleidung mit synthetischen Anteilen wird Mikroplastik freigesetzt und über das Abwasser zur Kläranlage befördert. Übrigens auch Waschmittel enthalten teilweise Mikroplastik, wie Ihr in diesem Aritkel lesen könnt. Jetzt könnte man meinen, dass Kläranlagen das Mikroplastik herausfiltern können. Dies ist jedoch nur bedingt der Fall, so dass auch in vermeintlich geklärtem, sauberen Abwasser weiterhin Mikroplastik nachweisbar ist. Das „saubere“ Abwasser wird nach der Klärung wieder dem Wasserkreislauf zugeführt, indem es in unsere Flüsse, Seen und Meere geleitet wird. Ein Großteil der Meerestiere nehmen schließlich das Mikroplastik auf. Die langfristigen Folgen, z.B. hinsichtlich einzelner Populationen, werden aktuell zunehmend erforscht. Klar sollte jedoch sein, dass das Ergebnis kein Positives sein wird und auch wir, sofern wir Fisch oder andere Meerestiere essen, wiederum Mikroplastik aufnehmen.

Über ein drittel des Mikroplastiks in den Meeren ist auf synthetische Textilien zurückzuführen.

Was kann man tun?

Um der Verschmutzung der Seen, Flüsse und Weltmeere mit Mikroplastik entgegenzuwirken muss man mehrere Ansätze verfolgen:

  1. Dem Fast Fashion Trend entgegenwirken und mit höherem Bewusstsein Kleidung kaufen, die aus nachhaltigen und fair produzierten Materialien stammt und weniger schnell abnutzt (siehe auch unserm Artikel zum Thema Fast Fashion)
  2. Getragene Kleidung lüften und nur dann waschen, wenn es nötig ist
  3. Dreckige Kleidung mit niedrigen Temperaturen und einem ökologischen Waschmittel waschen

Und „viertens“ Bekleidung mit synthetischen Fasern sollten immer in einem Guppyfriend Washing Bag* oder etwas vergleichbarem gewaschen werden. Durch den Wäschesack wird verhindert, dass die kleinen Fasern ins Abwasser geraten. Viele nachhaltige Modelabels stellen nämlich Kleidung aus recycelten Altkleidern oder Plastikabfällen her. Dies ist aus unserer Sicht auch mehr als legitim, um vorhandene Ressourcen nachhaltig zu nutzen, dennoch sollte man dann auch darauf achten, dass kein Mikroplastik ins Abwasser gelangt.

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Quellen:

https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/meere/meere_mikroplastik_aus_textilien_faltblatt.pdf

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